Wie wir zufällig erfahren haben, absolviert die Spielvereinigung vor dem anstehenden spielfreien Wochenende ein Testspiel beim Dosenklub aus Salzburg. Der Termin wurde auf Anfrage mittlerweile durch die Verantwortlichen beim Kleeblatt bestätigt. Das geplante Testspiel gegen RB Salzburg stellt damit einen Schlag ins Gesicht eines jeden Kleeblattfans dar.
„Keine Akzeptanz für Red Bull!“ – Die altbekannte und kurvenübergreifende Forderung ist nicht erst seit dem Start von RB Leipzig, in Deutschland im Jahr 2009, immer wieder präsent. Bereits 2005, als der Brausekonzern bei Austria Salzburg einstieg und einem gesamten Verein das Herz und dessen Seele heraus riss, regten sich vielerorts Proteste. Das Brausekonstrukt steht seit dessen Einstieg in den Fußballsport gegen jegliche Ziele, Werte und Errungenschaften unserer Vorstellungen einer lebendigen Vereins– und Fankultur.
Doch was beinhalten die Kritikpunkte an RB konkret?
Die Aktivitäten Red Bulls führen bis heute zu massiven Wettbewerbsverzerrungen. So werden immer wieder Spieler zwischen Salzburg und Liefering bis nach Leipzig in die Welt hinaus zu anderen RB -Klubs transferiert und nach gut Dünken hin und her verschoben. Ein teils undurchsichtiges Prozedere, das mit einem fairen und integren Wettbewerb nichts zu tun hat. Als privater Investor darf Red Bull zudem 99 Prozent der Spielbetriebs GmbH halten, solange der Verein die Stimmenmehrheit besitzt. Damit umgeht RB Leipzig die 50+1-Regel, welche in Deutschland existiert.
Einer der gravierendsten Unterschiede zum Großteil der deutschen Profiklubs liegt im Mitgliederwesen. Während normalerweise die Mitgliederversammlung des jeweiligen e.V. das höchste und mächtigste Organ in diesem darstellt, besitzen im Beispiel RB Leipzig gerade ein paar Handvoll Mitglieder, die zum Großteil in engen beruflichen Beziehungen mit dem Konzern stehen, ein Stimmrecht. Der Rest kann lediglich eine überteuerte Fördermitgliedschaft beantragen, durch welche Fanshop-Vergünstigungen und „exklusive Veranstaltungen“ winken. Mitbestimmung und Partizipation im eigenen Verein sind hier weder gegeben noch erwünscht. Nachdem wir beim Kleeblatt kürzlich durch einen Mitgliederentscheid die Sperrminorität des TSV Vestenbergsgreuth streichen konnten, sieht unsere Satzung seit jeher vor, dass die Mitglieder durch einen Mehrheitsentscheid Satzungsänderungen beschließen können als auch ganz generell Anträge stellen dürfen. Entsprechend kann jedes Mitglied ab 18 Jahren tatsächlich im Rahmen der Mitgliederversammlung Dinge bei der SpVgg Fürth bewegen. Ein Selbstverständnis, welches wir uns jahrelang erkämpft haben und das bis heute bei RB abgelehnt wird.
Jene Struktur bei RB dient einzig und allein dazu die vollständige Kontrolle zu behalten, ohne lästige Mitglieder mit in den Gestaltungsprozess einbinden zu müssen, geschweige sich mit einer ggf. kritischen Basis auseinanderzusetzen. Während wir bei der SpVgg Fürth weiterhin daran arbeiten, Fans und Mitgliedern verstärkt eine Stimme im Verein zu geben, wird in Leipzig daran gearbeitet, Zuschauer und Konsumenten als Inszenierung für das Produkt Red Bull zu akquirieren. RB übernimmt Fußballvereine aus rein marketingstrategischen Gründen und verachtet basisdemokratische Strukturen, so wie sie es seit Jahrzehnten bei vielen Vereinen bundesweit gibt. Beim Kleeblatt haben wir vor kurzem die Basis dafür geschaffen, weiterhin an einer Demokratisierung der Satzung und des gesamten Vereins zu arbeiten, die durch eine starke und aktive Mitgliedschaft gesichert wird. Erfolg, Aufmerksamkeit und Gewinnmaximierung scheinen bei RB die oberste Priorität zu haben, die sicherlich in einem durch und durch kapitalisierten Profisport auch an anderen Standorten zu finden ist.
Auch wenn der Fußball ohne Red Bull ehrlicherweise alles andere als rosarot wäre, so steht RB nunmal als Sinnbild für einen Fußball, den wir in dieser Form ablehnen. RB steht dem entgegen, wofür wir Fans seit Jahrzehnten und auch heute immer noch kämpfen. Für unser Verständnis eines Vereins und einen Fußball, der durch seine Fans lebt. Das Modell RB samt der vielen weiteren Konstrukte bleibt daher grundlegend zu verurteilen und eine Zusammenarbeit mit dem Brausekonzern in jeglicher Hinsicht abzulehnen. Egal ob am Getränkestand oder darüber hinaus. Somit fordern wir an dieser Stelle die Verantwortlichen der SpVgg Fürth dazu auf, das kommende Testspiel gegen RB Salzburg mit sofortiger Wirkung abzusagen.
Keine Akzeptanz für Red Bull!
Nordtribüne Fürth, März 2026
